Kirchenplatz

Zwischen Marienstiftskirche und Schlossgasse

Textorhaus

Kennzeichnend für den historischen Baustil der Stadt ist das Fachwerkhaus, die Bauweise der Bürger und Bauern, deren höchste Blüte sich im Textorhaus (2) am Kirchenplatz manifestiert. Jakob Textor, gräflichsolmsischer Rentmeister, erweiterte 1632 ein altes Haus, dessen Erdgeschoss in Teilen aus dem 16. Jhdt. und das Kellergewölbe aus dem 15. Jhdt. stammen.
Die zu fränkischen Erkern zusammengefassten Fenstergruppen, mit reichem Beschlagwerk versehen, offenbaren Textor als vermögenden Mann, die beiden Bauinschriften als evangelischen Christen, der aus seinem Glauben keinen Hehl machte. Er starb zusammen mit seiner Frau 1635 an der Pest.
Das Haus war ursprünglich doppelt so lang, wurde aber schon um die Wende vom 19. zum 20. Jhdt. geteilt. Der heute noch stehende Teil hat die sehenswerte heimatkundliche Sammlung der Stadt Lich aufgenommen.

Liebfrauenberg

- Am Ende des Liebfrauenberges, unmittelbar an der Stadtmauer liegt eines der alten Stiftsgebäude des Marienstiftes, das alte erste Pfarrhaus (5), das den Stiftspfarrern bis 1963 als Pfarrhaus diente. Es stammt in seiner Grundstruktur aus dem 16. Jhdt, ist aber vielfach umgebaut worden un hat nur noch wenig von seinem alten Charakter bewahrt.

- An der Einmündung in den Liebfrauenberg, der Kirchgasse zugehörig, steht ein gut erhaltenes Fachwerkhaus, Kirchgasse 10 (6), dessen Sockel einen Kreuzstein - vermutlich Teil eines älteren Kirchbaues - trägt. Er gehörte wahrscheinlich, zusammen mit der im Museum befindlichen Piscina (Ausguss für geweihtes Wasser), zu der alten Pfarrkirche, die im Bereich des Schlosses zu suchen ist. Er wurde hier zweitverwendet. Das Obergeschoss ist datiert auf 1674. Zu Beginn der 70er Jahre des 17. Jhdts. begann, nach schweren Verlusten durch die Pest, langsam wieder die Bautätigkeit in Lich.

Kirchgasse

- Das Rosengärtchen - Kirchgasse 2 (7) - erhielt seinen Namen von dem mit Rosen geschmü:ckten Vorgarten. Es gehört zu den Bauten des 16. Jahrhunderts. Es erlebte dann aber im 17. Jahdt. eine Umgestaltung, der es den Erker verdankt.

- Der "Frankfurter Hof", Braugasse 21 (8), gehört zu den ältesten Fachwerkbauten der Stadt. Die Balkenlage der Decke und ein gewölbter Keller weisen auf eine Bauzeit um 14000 hin.