Schlossgasse

Schlossgasse 16

- Das Haus Schlossgasse 16 (11a) zeigt im Erdgeschoss einen Steinbau des 14. Jhdts. mit Fachwerk des 17. Jahrhunderts. Hier wohnte der Dechant, der vorstehende Pfarrer des Marienstiftes. Hier hatte wohl auch Martin Luther übernachtet, als er (vermutlich auf dem Rückweg) aufgrund des Reichtags in Worms durch Lich kam. Die Ev. Marienstiftsgemeinde hat in ihrem Archiv eine Notiz, die die Unterbringung der Pferde der Reisegesellschaft Luthers regelte.

Schlossgasse 14 und 12

Den Hof Schlossgasse 14 (12) kaufte 1563 der gräfliche Sekretär Johann von der Rehe aus Arnsburger Besitz und ließ ihn der Mode nach umgestalten. Der mit aufgemalten Diamantquadern versehene Eckständer ist alter Befund, das Obergeschoss zeigt sehr einheitliches Fachwerk. Eine zweizeilige Bauinschrift kündet von einem nachbarlichen Streit, der erst verständlich wird, wenn man die Vertikalinschriften des Hauses Schlossgasse 12 (13) mit hinzunimmt. Das Türgewand datiert diesen Bau auf 1571, die Vertikalinschrift auf 1572. Es war das Haus des Frühmessers, 1720 wohnte dort die Witwe des Pfarrers Ebenau, als das Nachbarhaus dem Johann Adolf Berghöfer von Wasserburg,brandenburgisch-bayreuthischem Hofrat und Kammerjunker, als Mannlehen verliehen wurde.

Schlossgasse 7/9

Einheitlich im Stil ist die Schlossgasse 7/9 (14). Seine hochaufragende Giebelfront beherrscht, mit dem schönen Erker, die Einmündung der Kohlgasse in die Schlossgasse, wie überhaupt die Schlossgasse durch Erker gekennzeichnet ist. Die Mode, durch Putz Steinhäuser zu imitieren und damit als Bauherr etwas mehr zu sein, hat am Beschlagwerk des Hauses schweren Schaden angerichtet. Alle Schmuckelemente, einschlißlich Wappen und Bauinschrift des Erbauers und seiner Ehefrau, wurden abgebeilt. Nur geringe Reste konnten gesichert werden. Bei günstigem Lichteinfall lässt sich aber noch ein Teil des Textes auf der mittleren Tafel lesen. Er weist den Namen Otto von der Rehe auf. Zusammen mit den Initialien am zugemauerten Kellereingang lässt sich daraus schließen, dass Otto von der Rehe zusammen mit seiner Frau Anna 1607 das Haus in der heutigen Gestalt erbaut hat. Im Ausgang des 18. Jhdts. gerieten spätere Besitzer in finanzielle Schwierigkeiten. Im 1. Drittel des 19. Jhdts. wurde das Gebäude in zwei Hälften versteigert, um die Schulden zu bezahlen.

Westphalenscher Hof

Der sogen. "Westphalensche Hof, Schlossgasse 8 (15), wurde 1478 von Volprecht von Schwalbach und seiner Ehefrau Margarete an Konrad Schenk zu Schweinsberg und dessen Ehefrau Else verkauft. 1550 wurde das Anwesen zu einem Mannlehen umgewandelt und an Döll Schenk zu Schweinsberg für den gesamten Mannesstamm verliehen. 1693 verkaufte Georg Rudolf Schenk zu Schweinsberg das Anwesen zusammen mit dem sogen. Eichner Grund vor der Stadt (es gehörte von Anfang an zu diesem Lehen) an Levn Friedrich von Webel. Dessen Sohn wiederum verkaufte 1712 das Anwesen an Georg Berghöfer von Wasserburg. 1770 wurde Juliane Henriette von Westphalen, die Frau des verstorbenen Landeshauptmanns Friedrich Ernst von Westphalen, als Letzte genannt, die die Einkünfte des Anwesens nutzen konnte. Das Lehen fiel dann endgültig an das gräfliche Haus zurück. Der Westphalensche Hof ist eines der wenigen Gebäude, dessen Geschichte urkundlich bis ins 15. Jhdt. zurückverfolgt werden kann und dessen Bauweise die einzelnen Besitzer vom spätgotischen Fachwerk auf der Hofseite über die barocke Straßenfront hin bis zu geschickten modernen Umbauten charakterisiert.